Die Digitalisierung der Alltagswelt: Streaming, Serien und Smartphones

Wie das Streaming die Filmindustrie verändert

Im Februar wurden die Streaming-Anbieter Netflix und Amazon zum ersten Mal mit einem Oscar für ihre Eigenproduktionen ausgezeichnet. Den renommierten Preis erhielten sie in mehreren Kategorien:

  • „The White Helmets“ (Netflix): bester Dokumentarfilm
  • „Manchester by the sea“ (Amazon): bestes Drehbuch, bester Hauptdarsteller
  • „The Salesman“ (Amazon): bester ausländischer Film

Diese Auszeichnung zeigt: Die Streaming-Anbieter haben sich als eigenständige Produzenten in der Filmindustrie etabliert. Mit ihrer Idee, auch eigene Film- und Serienformate für ihre Nutzer/innen zu produzieren, behaupten sie sich seit einiger Zeit am Markt. Ihr Geschäftsmodell bestätigen Erfolge wie zum Beispiel „House of Cards“ (Netflix).

Damit sind sie zu einer ernsthaften Konkurrenz für die klassische Film- und Fernsehindustrie geworden – und zu einem Ausdruck des digitalen Wandels. Schließlich sind Video- und Musikstreaming via Smartphone und Tablet selbstverständlich in unserem modernen Leben verankert. Dies bestätigen zwei Umfragen des Digitalverbandes Bitkom:

  • 2014 ersetzte ein Drittel aller Befragten das klassische Fernsehen ganz oder teilweise durch Video-Streaming (Bitkom-Umfage 2014)
  • Jeder vierte Internetnutzer nutzte 2015 in Deutschland Musik-Streaming (Bitkom-Umfrage 2015)

Allein das Thema „Streaming“ verdeutlicht, in welchem Maß der digitale Wandel den Alltag prägt: In immer kürzeren Abständen erreichen uns rasante technologische Entwicklungen und greifen in die verschiedenen Facetten unseres täglichen Lebens ein – von der Medienrezeption über die Kommunikationsgewohnheiten bis in die moderne Arbeitswelt.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt – Unternehmen im Wandel

Wie digitale Technologien Unternehmen von innen verändern

Die rasante technologische Entwicklung führt zu konstanten Veränderungen in den Unternehmen. Längst arbeiten Mitarbeiter/innen mit vielen unterschiedlichen Softwareprogrammen, die sich stets weiterentwickeln, neu evaluiert oder durch moderne Lösungen ersetzt werden, ob in Marketing, HR, Accounting oder anderen Unternehmensbereichen.

Neben der digitalen Datenverarbeitung werden vernetzte Information und Kommunikation immer wichtiger: Dies betrifft etwa Social-Media-Kanäle, die aus der Unternehmenskommunikation nicht mehr wegzudenken sind oder das webbasierte Cloud-Computing, das sich als Gegenmodell zu klassischen On-Premise-Lösungen etabliert hat.

Die digitale Business Transformation betrifft fast jedes Unternehmen

Alle diese Veränderungen verändern die Unternehmen nachhaltig. Sie wirken sich nicht nur auf einzelne IT-Systeme aus, sondern auch branchenübergreifend auf die gesamten Prozesse. Diesen Wandel spüren die Mitarbeiter täglich in ihrer Arbeitswelt.

Die Komplexität dieser Veränderungsprozesse wird seit einiger Zeit unter dem Stichwort „Digital Business Transformation“ diskutiert. Die zunehmende Digitalisierung aller Unternehmensbereiche gilt als Kern dieser digitalen Transformation. Sie ist ein wichtiger Teilbereich der sogenannten „Business Transformation“ – der tiefgreifenden Wende eines Unternehmens in seiner Beziehung zu Einzelpersonen und seinem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld.

Diese Wende betrifft fast jedes Unternehmen, wie eine Umfrage von Forbes Insights/KPMG aufzeigt: 93% der über 900 befragten Unternehmen gaben an, eine „Business Transformation“ zu planen, umzusetzen oder erfolgreich darauf zurückzublicken.

So wird deutlich: Der digitale Wandel erfasst heute nicht nur jeden Einzelnen, sondern auch fast jedes Unternehmen. Veränderungsprozesse erfassen und vernetzen heutzutage die einzelnen Stufen der industriellen Wertschöpfung – ob in Logistik oder Dienstleistungen. Damit ist der Wandel zu einer Konstante im Unternehmensalltag geworden. Die Folge: Dies erfordert ein ständiges Umdenken.

Was die digitale Transformation für Unternehmen bedeutet

Von disruptiven Technologien zu neuen Geschäftsmodellen

Erst ein Umdenken ermöglichte auch das Geschäftsmodell von Video-Streaming-Anbietern wie Netflix und Amazon. Es zeigt die Geschwindigkeit auf, mit der innovative digitale Technologien einen Markt erreichen und verändern. Auf der Basis komplexer Algorithmen werden individuelle Filmempfehlungen generiert, die zu den bisher angesehenen Produktionen der Nutzer/innen passen. So verbessern diese Anbieter im Vergleich zur klassischen Fernseh- und Videobranche das Nutzererlebnis ihrer Kunden. Das führt wiederum zu einer höheren Kundenbindung: Diese Streaming-Anbieter sind nicht mehr auf die Einspielung von Werbeblöcken angewiesen und entwickeln zunehmend eigene unkonventionelle Content-Formate. So treten sie in Konkurrenz zur klassischen Filmindustrie.

Diese Entwicklung veranschaulicht ein wichtiges Merkmal der digitalen Transformation: Neue disruptive Technologien führen zu innovativen Geschäftsmodellen. Sie verändern wiederum die Kundenbedürfnisse und auf lange Sicht auch die Märkte. In großer Geschwindigkeit treten neue Disruptoren mit innovativen Lösungen auf den Markt und in Konkurrenz zu etablierten Unternehmen. Dies sind oftmals Startups oder Unternehmen der digitalen Wirtschaft, wie die Rolle von Amazon im Streaming verdeutlicht. In diesem hochdynamischen Umfeld stehen Unternehmen vor der Herausforderung, sich langfristig am Markt zu behaupten.

Die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung

Was die Digitalisierung für europäische Industrieunternehmen bedeutet, zeigt eine Studie der Roland Berger Strategy Consultants im Auftrag des BDI (2015). Als Hebel der digitalen Transformation sehen die Autoren:

  • Digitale Daten: Die Erhebung und Verarbeitung von Massendaten führt zu besseren Vorhersagen und Entscheidungen
  • Zunehmende Vernetzung: Die Wertschöpfungskette wird vernetzt und ermöglicht synchronisierte Lieferketten und damit kürzeren Produktionszeiten
  • Automatisierung: Autonom arbeitende Systeme entstehen durch die Vernetzung von klassischen Technologien und künstlicher Intelligenz
  • Digitaler Kundenzugang: Die Interaktion mit dem Kunden erstreckt sich über immer mehr Touchpoints

Diese Entwicklungen könnten Unternehmen zu Zeit- und Kosteneinsparungen verhelfen oder ihnen ihnen neue Geschäftsmodelle und Umsatzpotenziale aufzeigen. Wie die Autoren der Studie anführen, seien so europaweit in den nächsten Jahren hohe Gewinne denkbar. Vorausgesetzt: Die Unternehmen hinterfragen ihre Produkte immer wieder und werden digitaler. Denn die Kehrseite der Medaille: Unternehmen müssen flexibel auf die schnelllebigen Veränderungen reagieren, um nicht vom Markt verdrängt zu werden.

Die Bedeutung von effizienten Prozessen für Digitalisierungsprojekte

Die digitale Transformation wirkt sich unmittelbar auf die Mitarbeiter/innen, IT-Systeme und Prozesse eines Unternehmens aus. Deshalb zählen effiziente Prozesse zu den wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Transformationsprojekte; ob es dabei um eine neue Software oder das Know-how der Mitarbeiter/innen geht. Mittels technologischer Lösungen modellieren viele Unternehmen heute ihre Prozesse, um langfristig flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Mit Erfolg: Laut aktuellen Befragungen wie dem Manager-Barometer 2016-17 oder der Lünendonk-Trendstudie zur Digitalisierung (2016) sehen Führungskräfte den größten Vorteil der Digitalisierung in der Vereinfachung ihrer Prozesse.

Hierin liegt eine große Chance der Digitalisierung für Unternehmen. Denn wenn es um digitale Technologien geht, ist Vereinfachung im Alltag ein wichtiges Argument – ob wir Filme sehen, Musik hören oder eine Reise buchen.

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Veröffentlicht am: 5. Mai 2017 - Letzte Änderung am: 30. Mai 2018