Von einer studentischen Forschungsgruppe zum internationalen Unternehmen

Wie eine junge Forschungsgruppe mit Begeisterung und innovativen Ideen die Welt des BPM erobert hat

Mai 2009: Die globale Finanzkrise hat Spuren hinterlassen. Unternehmen weltweit müssen sich schnell verändern und ihre Ausgaben reduzieren. Viele CEOs hoffen einfach, dass das Schlimmste vorüber ist.

Währenddessen schließt sich in Berlin eine kleine Gruppe Technikbegeisterter zusammen, um mit einer Menge Talent und neuen Ideen den Markt für Prozessmanagement-Lösungen zu erobern. Im Rückblick betrachtet lässt sich gar nicht so leicht sagen, ob diese Idee damals einfach nur ein wenig verrückt oder sogar naiv war. Fest steht jedoch: Mit Signavio haben sie eine Erfolgsgeschichte geschrieben.

Signavio vernetzt mehr als eine Million Anwender/innen in mehr als 1.000 Unternehmen mit einer innovativen Software – eine Erfolgsgeschichte, die zeigt, wie wichtig Beharrlichkeit (sowie auch Risikobereitschaft) für ein aufstrebendes Unternehmen ist.

Den Wettbewerb überholen: 10 Jahre Prozessmanagement mit Signavio

Prozessverbesserungen im Fokus

Als eine der ersten ernst zu nehmenden Lösungen für Prozessmodellierung eroberte der Signavio Process Manager vor einigen Jahren den Markt. Zu dieser Zeit wurden in der Branche noch die Vorteile des BPMN-Standards diskutiert.

2010 veröffentlichte das Forschungsunternehmen Gartner den wegweisenden Magic Quadrant für BPA-Lösungen und stellte 14 führende Software-Anbieter vor. Heute haben sich aus dieser Liste lediglich acht Software-Hersteller am Markt behauptet. Viele Unternehmen wandten sich schließlich von diesem Thema ab oder schafften es nicht in die Liste der beliebtesten Anbieter.

Die Menschen hinter den Prozessen

Wie unterscheidet Signavio sich von anderen Software-Anbietern der Branche? Auf welchem Wege wurde das Unternehmen derart erfolgreich? Die Antwort ist einfach: Für den Unterschied sorgen die Menschen hinter den Prozessen.

Zu Beginn richteten sich Prozessmodellierungstools lediglich an ExpertInnen. Als Technologie für wenige Ausgewählte konnten sie nur nach ausgiebigem Training verwendet werden. Dies hatte Konsequenzen für den Markt: Mit dem Bedarf sanken auch die Umsätze der Software-Anbieter. Dementsprechend hoch gestalteten sich auch die Preise für diese Lösungen – so überraschte nicht, wie viel Begeisterung Signavio auslöste.

Schließlich gibt es neben reinen ProzessexpertInnen innerhalb der Unternehmen viele weitere Fachkräfte, die ein Interesse daran hatten, die operativen Abläufe in ihrem Arbeitsalltag weiterzuentwickeln. Sie profitierten von einer intuitiven Lösung, die ohne Trainingsaufwand genutzt werden konnte, um Prozesse innerhalb kurzer Zeit zu modellieren und zu verbessern.

Natürlich spielt auch die Cloud als IT-Trendthema eine wichtige Rolle: Die Menschen konnten plötzlich auf eine Anwendung zugreifen, ohne ihre IT-Abteilung einzubeziehen – revolutionär!

Hinter der Erfolgsgeschichte von Signavio steht ein engagiertes Team

Nicht zu vergessen: All die engagierten Signavians, die mit ihren individuellen Fähigkeiten auf dasselbe Ziel hinarbeiten: die Erfolgsgeschichte des Unternehmens weiterzuschreiben. Es ist vor allem das Team, das Signavio so besonders macht: mit zahlreichen talentierten und motivierten Mitarbeiter/innen und ihrer Begeisterung für Prozesse. Werfen Sie einfach einen Blick auf unsere Bewertungen bei Gartner Peer Insights und Sie erhalten einen Eindruck davon, wie sich unser Team vom Wettbewerb abhebt.

Ob bei Signavio oder in Ihrem eigenen Unternehmen: Schwarmintelligenz ist wichtiges Kriterium für langfristigen Erfolg. Das Feedback unserer Kunden ist für uns sehr wichtig und es bestätigt uns: Prozesse prägen die DNA unserer Geschäftswelt – und nur gemeinsam können wir sie weiterentwickeln.

Signavio verändert die DNA der Geschäftswelt

Signavio hat als erster Software-Anbieter der Branche eine kollaborative Plattform entwickelt, die Unternehmen eine Ende-zu-Ende-Sicht auf ihre Prozesslandschaft bietet.

Auch dies trug zum Erfolg des Unternehmens bei, denn zuvor waren statische Webseiten noch die Norm: Folglich erhielten die Anwender/innen dieser älteren Lösungen nicht immer Zugriff auf aktuelle Informationen und konnten sich ohne kostspielige Lizenzen nicht an Verbesserungen beteiligen. Zu dieser Zeit wurde der Signavio Collaboration Hub entwickelt.

Natürlich drehten sich die letzten Jahre nicht nur um die Modellierung und Weiterentwicklung von Geschäftsprozessen. Auch im Bereich der Automatisierung hat sich eine Menge getan.

Die Welle der Automatisierung verändert die Geschäftswelt

Prozessmanagement im Wandel

Als Signavio 2009 gegründet wurde, drehte sich die Branche noch ganz um Business Process Management Systeme (BPMS). Umfassende Technologie-Lösungen wurden entwickelt, die alle Probleme auf einmal lösen sollten; von der Erfassung über die Modellierung und Automatisierung bis hin zum Monitoring von Geschäftsabläufen. Das klang auf den ersten Blick natürlich ansprechend.

Nach einiger Zeit stellten allerdings zahlreiche Software-Anbieter fest, dass zwischen der Analyse und der Lösung eines Problems Welten lagen. Auch die Zuständigkeiten waren grundsätzlich verschieden: Die Fachkräfte wollten Prozessverbesserungen nicht allein den IT-Verantwortlichen überlassen und sie modellierten wiederum Prozesse, die den Unternehmensalltag der Fachkräfte nicht widerspiegelten.

Heute sind viele BPMS-Anbieter vom Markt verschwunden und neue Wettbewerber haben die Branche für sich entdeckt: Schlanke Lösungen mit wenig Code traten in Konkurrenz zu umfassenden Entwicklungsumgebungen, während Open-Source-Anbieter den Markt eroberten.

Der Workflow weist den Weg

Workflow-Management agiert heute eigenständig und integriert zahlreiche unterschiedliche Produktarten: Viele Lösungen für Content Management, Service Management und für unternehmensweite Zusammenarbeit verfügen mittlerweile auch über Workflow-Funktionalitäten.

Software-Hersteller und ihre Nutzer/innen wissen schließlich seit längerer Zeit: Schnelle und benutzerfreundliche Lösungen können bessere Ergebnisse erzielen als umfangreiche Enterprise-Solutions. Mit einer umfassenden Workflow-Technologie, die sich um alltägliche Arbeitsaufgaben dreht und in eine Modellierungsumgebung eingebettet ist, ist Signavio heute einzigartig: Der Softwarehersteller nahm Signavio Workflow Accelerator einige Jahre nach der Gründung in sein Produktportfolio auf.

So entwickelte sich Process Mining weiter

Selbst zu einer Zeit, in der Prozesse nicht im Trend lagen, erfreute sich Signavio dreistelliger Wachstumsraten. Schließlich kündigten sich vor über zwei Jahren spannende Veränderungen an, die die Welt des Prozessmanagements auf den Kopf stellten.

Eine wichtige Veränderung war das wachsende Interesse an der Methode Process Mining. Einige BPMS-Lösungen verfügten zwar bereits über Funktionen, die an diese Methode erinnerten. Viele verstanden Process Mining vor allem als akademischen Ansatz, der keinen klaren Wert für Unternehmen aufwies. Einige Software-Anbieter spezialisierten sich auf Process-Mining-Tools und auch in diesem Segment eroberten neu gegründete Unternehmen wie Celonis den Markt.

Inspiriert von einem wachsenden Interesse an Process Mining brachte auch das Signavio-Team ein Analyse-Tool auf den Markt: Signavio Process Intelligence. Durch ihre Cloud-Technologie und ihren kollaborativen Ansatz ist diese Technologie nicht nur kostengünstiger als andere Lösungen, sondern sie besitzt auch einen weiteren wichtigen Vorteil: Sie richtet sich nicht nur an Mitarbeiter/innen mit Spezialkenntnissen, sondern an Fachanwender/innen aus den unterschiedlichen Abteilungen der Organisationen. Damit hat sich auch die Methodik des Process Minings weiterentwickelt.

Die Kombination aus Modellierung, Automatisierung und Analyse

Eine weitere wichtige Veränderung kündigte die neu entstandene Signavio Business Transformation Suite an: Sie brachte die Modellierung, Automatisierung und Auswertung von Prozessen zusammen und verknüpfte sie mit kollaborativen Funktionen – in einer einzigen Lösung.

Erstmalig wurde auf diesem Wege eine Process-Mining-Technologie mit einer umfassenden Lösung zur Prozessmodellierung verknüpft. Das Ergebnis war eine Ende-zu-Ende-Sicht auf alltägliche Geschäftsabläufe im Unternehmen, die sich kurzerhand analysieren, modellieren und verbessern ließen (zugleich manuell und automatisiert). So gelang es Organisationen, eine Brücke zur internen IT-Abteilung zu schlagen und innovative Methoden der Automatisierung in den Betriebsalltag zu integrieren. Auf diesem Wege sollte es gelingen, Prozesse entlang unterschiedlicher IT-Systeme zu verstehen, zu messen und durch ein Monitoring im Blick zu behalten.

RPA versus Automatisierung: Wer gewinnt das Rennen?

Seit einiger Zeit bewegt ein neuer Trend die Branche: Robotic Process Automation (RPA). Diese Technologie tritt in Konkurrenz zu allen Software-Anbietern, die mit einer Lösung für Automatisierung am Markt teilnehmen. Doch wie jeder Technologie-Hype geht auch RPA mit gewissen Risiken einher.

Häufig fallen in Bezug auf RPA etwa diese Fragen: Wie lässt sich eine RPA-Initiative skalieren und unternehmensweit einsetzen? Wie kann die Performance von Software-Robotern gesteuert werden? Lassen sich die Lösungen unterschiedlicher RPA-Anbieter miteinander kombinieren? Wie schütze ich mein Unternehmen vor fehlerhaften Software-Robotern?

Derzeit sieht es so aus, als ließen sich die Software-Roboter nicht auf ihrem Weg in die Unternehmen aufhalten. Doch die Herausforderung besteht darin, RPA heute so einzusetzen, dass dies morgen nicht schon bereut wird.

Was Prozessmodellierung heute bedeutet

Prozessmodellierung ist heute gleichermaßen für Fachanwender/innen aus den Unternehmen wie auch für RPA-Anbeiter interessant: Die Methodik bietet eine wertvolle Hilfestellung im Unternehmensalltag und für die Implementierung von RPA-Lösungen. Dies stellt eine Kehrtwende dar: Schließlich galt die Prozessmodellierung im BPMS-Mikrokosmos als wunder Punkt umfassender Automatisierungsprojekte.

Außerdem ist für RPA-Anbieter die Verknüpfung mit Process Mining interessant, denn sie bietet wichtige Vorteile bei der Implementierung und Durchführung von RPA-Projekten.

10 Jahre Signavio – die Reise geht weiter!

Die Macht der Prozesse

Im Rückblick lässt sich zusammenfassen: Die Analysten lagen völlig richtig in ihrer Beobachtung, dass die Modellierung, das Monitoring und die systemübergreifende Auswertung von Prozessen zusammen gehören. Doch wurde in der Vergangenheit unterschätzt, welche wichtige Rolle kollaborative Technologien spielen sollten, die die Weiterentwicklung von Geschäftsprozessen ermöglichen. Nicht vorhersehbar war die Entwicklung, dass die Prozessmodellierung zahlreiche Lösungen für Automatisierung überholen sollte.

Das zeigt: Die Welt der Prozesse dreht sich heute schneller als jemals zuvor: Der Markt für Software-Lösungen floriert. Software-Anbieter, die sich auf Prozesse spezialisieren, sind nicht nur wichtige Marktteilnehmer, sondern erfolgreiche Unternehmen. Einige von ihnen erfreuen sich heute eines großen Wachstums.

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch, Signavio!

Aus dem Englischen übersetzt von Julia Baudisch

Veröffentlicht am: 9. Mai 2019 - Letzte Änderung am: 17. Juli 2019